Zorn ist Angst
Konflikte

Zorn ist Angst


Es gibt sie – Kunden oder Projektmitarbeiter die unberechenbar und emotional sind. Emotionalität, die sich häufig in irrationalen, angriffigen Reaktionen zeigt, laut, ja oft zornig geäussert. Mit meiner Persönlichkeit, die stark harmonieorientiert ist, bin ich hier stark gefordert, da ich mich in der Gegenwart einer solchen Person unwohl fühle.

Meine Instinkt und erste Reaktion in der oben beschriebenen Situation ist die Flucht, der Rückzug. Konkret äussert sich das darin, dass ich ruhig werden, mich persönlich betroffen fühle und die Tendenz habe nachzugeben und zu beschwichtigen. Kein optimales Verhalten, gerade in der Rolle eines Projektleiters. Genau so wenig optimal wie die entgegengesetzte Reaktion: angreifen und im ähnlichen Stil zurückgeben.

Wie schafft man es, den Mittelweg zu wählen, also Paroli zu bieten auf einer professionellen, sachlichen Ebene, den eigenen Standpunkt zu vertreten und den Konflikt auszuhalten, ohne dabei selber emotional zu werden?

Ein Punkt der mir kürzlich klar geworden ist und mir hilft, diesen Mittelweg gehen zu lernen und mich dabei weniger unwohl zu fühlen ist: Ich bin vermutlich nicht das eigentliche Problem dieser Person, sondern nur der Blitzableiter der Emotionen, des Drucks und der Probleme, mit der sich das Gegenüber konfrontiert sieht. Das zu realisieren erleichtert und schafft Distanz. Distanz die es braucht, um gelassen zu bleiben.

Ausschlaggebend für diese Erkenntnis war einerseits der Erfahrungsaustausch mit einem Arbeitskollegen, andererseits die folgende Aussage aus einem kürzlich gelesenen Buch:

Zorn ist Angst. Angst gilt am Arbeitsplatz als inakzeptable Emotion, die man nicht zeigen darf. Aber irgendwie müssen wir Luft ablassen. Um nicht zu platzen, wählen wir eine Ersatz-Emotion. Und aus irgendeinem Grund ist Ärger eine akzeptable Emotion, so dass wir uns meist dafür entscheiden.

Der Termin, Tom deMarco

Wenn ich im Geschäftsalltag also wieder einem zornigen Gorilla gegenüberstehe, so versuche ich innerlich seinen Zorn zu abstrahieren und mir seine eigenen Probleme vorzustellen (vielleicht hat er Angst um seine Kinder, Hunger, …) und so Distanz zu gewinnen und mich nicht persönlich angegriffen zu fühlen.

Wie gehst du mit solchen Situationen um?

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  • Marc Rufer

    Marc RuferMarc Rufer

    Author Antworten

    Interessanter Perspektivenwechsel. So habe ich das noch gar nie betrachtet.