Das erste Wort
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Das erste Wort


Stell dir vor: Du kommst mit Personen zusammen, die du das erste Mal siehst. Vielleicht sind das wartende Teilnehmer einer Museumsführung, oder gerade angekommene Kunden in einem Sitzungszimmer. Was ist typisch für eine solche Situation? Er herrscht oft totale Ruhe. Niemand getraut sich, zu sprechen, man meidet Blickkontakt, es fühlt sich irgendwie unangenehm an.

Was in solchen Momenten wohl jedem durch den Kopf geht: Ich kenne niemanden. Ich fühle mich unsicher. Wenn ich etwas sage, schauen alle auf mich, ich falle auf. Ich könnte etwas sagen, das missverstanden wird. Ich könnte mich versprechen, nicht die richtigen Worte finden. Ich traue mich nicht. Und so weiter!

Und diese Gedanken führen dazu, dass man still beieinander sitzt, niemand lacht, sich Gedanken anstauen die nicht ausgesprochen werden und die Situation immer peinlicher und unangenehmer wird. Was nach meiner Erfahrung eine derartige Situation rettet ist ganz einfach die Flucht nach Vorne, das erste Wort! Es muss nicht intelligent sein, nicht durchgedacht, sondern vor allem einfach nur ausgesprochen sein! Das erste Wort ist der Türöffner, damit ein Gespräch fliessen kann und die aufgestauten Gedanken in Form einer Konversation ihren natürlichen Lauf finden – ‹The First Word Floodgate›.

So kürzlich erlebt an einer geführten Führung am Abend, die mit einem 5min Fussmarsch an den Standort verbunden war. Niemand kannte sich, niemand sagte ein Wort. Wir sind schweigend nebeneinander her gelaufen. Mir war die Situation unangenehm und ich habe das Eis gebrochen mit: ‹Es ist schon wieder so dunkel›. Dann beim Rückweg dasselbe, erneut eine neue Person, Schweigen. Dieses Mal sagte ich intuitiv: ‹Eindrückliche Führung›. Beides keine kreativen, durchdachten Sätze, es waren einfach Aussagen, die mir in der ‹Verzweiflung› eingefallen sind. Das Resultat war aber beide Male, dass diese ersten Worte die Türe geöffnet haben und sich ein spannendes Gespräch und eine gelöste Situation ergeben hat – ‹The First Word Floodgate›.

Geschäftlich ist es ist eine meiner Schwächen, dass ich in Präsentationen und Meetings oft wenig Pausen zulasse, diese tendentiell als unangenehm empfinde. Dabei sind Pausen wichtig um Informationen zu verarbeiten, nachzudenken und anderen Teilnehmern Raum zu geben. Aber jede Schwäche ist ja auch eine Stärke und gerade in den oben beschriebenen Situationen hilft mir meine Schwäche, dass ich dann oft diejenige Person bin, mit dem ersten, erlösenden Wort. Als Projektleiter sehe ich mich hier auch in einer Verantwortung, aus Fremden ‹Freunde› zu machen und es macht mir Freude in unterschiedlichen Situationen dieses ‹First Word Floodgate› zu öffnen und so die Gruppendynamik zu fördern.

Auch du hast deine individuellen Schwächen, aber es gibt Momente, da werden deine Schwächen zur ausgesprochenen Stärke, mit denen du das Leben anderer erleichterst und deinen Teil zum Erfolg einer Situation beiträgst!

Möchtest du wissen, wie ich auf das Wort ‹The First Word Floodgate› gekommen bin und weitere Tipps haben, wie man ein Gespräch mit einer unbekannten Person beginnt und führt? Dann lass dich von untenstehendem Ted Talk inspirireren.

7 Ways to Make a Conversation With Anyone by Malavika Varadan
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  • Jun Daniel

    Jun DanielJun Daniel

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    Cool, dass du den Icebreaker spielen kannst in solchen Situationen. Schwierig ist für mich die ganze Small Talkerei an Aperos etc. Dort eine Konversation zu initiieren als introvertierte Person, und das häufige Wechseln der Gesprächspartnern..ein Graus für mich!


    • Michael Lutz

      Michael LutzMichael Lutz

      Author Antworten

      Danke für deine Offenheit und Ehrlichkeit zum Thema Smalltalk. Ich kann gut nachvollziehen wie du dich dabei fühlst, da es mir oft ähnlich geht. Was mir bei mir auffällt ist: Je selbstbewusster ich mich fühle, desto einfacher fällt es mir, auf andere Personen zuzugehen. Das ist oft auch abhängig von der Tagesform. Was mein Selbstbewusstsein boostet und was es zermalmt, das ist dann wohl ein eigener Blog-Beitrag wert 😉